Archive

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In (staatlichen) Archiven wird Behördenschriftgut verwahrt, das für den Dienstbetrieb nicht mehr benötigt, aber aufgrund seines Inhalts dauerhaft aufbewahrt werden soll. Dabei kann es sich um rechtlich relevante Dokumente handeln, meistens sind es aber Akten, die von den Archivarinnen und Archivaren, die die Auswahl der zu überliefernden Stücke getroffen haben, für historisch interessant angesehen werden. Diese Schriftstücke bzw. Akten stellen eine Grundlage für die Erforschung unserer Geschichte dar und ermöglichen es, Entscheidungen und Entwicklungen der Vergangenheit transparent zu machen. Im Unterschied zu den von Bibliotheken gesammelten Büchern gibt es Archivalien in der Regel nur einmal, sie sind Unikate.

Im Hessischen Staatsarchiv Marburg werden Urkunden, Akten und Karten aus über 1250 Jahren verwahrt. Das Staatsarchiv Marburg, heute Teil des Hessischen Landesarchivs, ist zuständig für die Urkunden- und Aktenüberlieferung der Landgrafschaft Hessen, später Hessen-Kassel, und seit 1803 des Kurfürstentums Hessen, seiner Vorgängerterritorien, der Grafschaft bzw. des Fürstentums Waldeck, der Grafschaft Hanau und der beiden Reichsabteien Fulda und Hersfeld. Auch die Überlieferung der preußischen Verwaltungsbehörden (ab 1866) und des Regierungsbezirks Kassel (ab 1945) sind hier zu finden.

Die Überlieferung des Universitätsarchivs reicht über 700 Jahre zurück und ist damit älter als die Universität selbst. Rund 500 Urkunden, zahlreiche Amtsbücher und Aktenbestände seit der Universitätsgründung im Jahr 1527 dokumentieren die Geschichte der Universität und der an ihr lehrenden Professoren und lernenden Studierenden.

Untergebracht sind beide Archive in einem Archivzweckbau aus dem Jahr 1938 am Friedrichsplatz in Marburg. In seinem repräsentativen Verwaltungstrakt zeigt das Gebäude im Inneren neoklassizistische Architektur im Stile der nationalsozialistischen Zeit, wohingegen der Magazinbereich durch Funktionalität gekennzeichnet ist.

Die Ausstellung Hessisches Staatsarchiv Marburg und Universitätsarchiv wurde von Markus Farnung 2016 fotografiert.

Text: Dr. Katharina Schaal